Advent Ahoi! Ho Ho Holy Hamburg in der Weihnachtszeit – eine zauberhafte Erinnerungreise.

It’s The Most Wonderful Time Of The Year … an sich … wäre da nicht die weltweite Pandemie, die uns derzeit nur in unseren Träumen reisen lässt. Deshalb müssen wir uns unsere Weihnachtswunder aus der Fantasie und schönen Erinnerungen selbst erschaffen und uns an Urlaubspläne klammern, die wir hoffentlich nächstes Jahr umsetzen können. Vielleicht darf ich euch einen vorweihnachtlichen Geschmack auf Hamburg geben, das wir 2019 besuchten und auch 2021 sicher ein Erlebnis ist.

Moin Moin aus dem winterlichen Hamburg

Weihnachten entlang der Elbe. Wenn die Temperaturen frostig werden und aus Regen Schnee wird, verwandelt sich die Hansestadt in ein kleines Winter Wonderland. Warm einpacken heißt es da, denn wir hatten im Dezember 2019 zwar keine Schneeflocken, dafür aber einn Mix aus eisigem Wind, strahlendem Sonnenschein und dichtgrauem Nebel. Moin Moin aus Hamburg im Advent!

Der Weiße Zauber – 630 Meter Weihnachtsmarkt auf dem Jungfernstieg

Eigentlich ist der Weihnachtsmann hier bestimmt ein alter Seebär, der statt mit einem Rentierschlitten mit einem Containerschiff Geschenke in alle Welt ausliefert und noch dazu in Hamburg wohnt, in einem der kleinen Kapitänshäuser unten am Strand von Övelgönne. Man kann ihn auch tatsächlich live sehen – und zwar täglich um 16 und um 20 Uhr auf Bernhard Pauls historischem Roncalli Weihnachtsmarkt am Rathaus, aber dazu später.

Bleiben wir noch kurz am Jungfernstieg (Bild oben), wo sich mit 630 Metern der längste Weihnachtsmarkt Hamburgs befindet – der Weiße Zauber. Jungfernstieg heißt die  Promenade deshalb, weil hier früher die jungen Mädchen auf dem Heiratsmarkt präsentiert wurden. Hier ist der Ausgangspunkt für Ausflugsfahrten über die Binnen- zur Aussenalster.

Familie Athanasiadis und Familie Nachtwey stechen in See – oder zumindest in die Alster

Abgesehen von Blankenese wohnen hier die reichen Hamburger – angeblich haben auch die Beckhams in ein Domizil investiert. Tipp für die Fahrt: ein Glühweinchen 🙂

In “normalen” Jahren gibt es an die 18 Weihnachtsmärkte in Hamburg. Wenn man durch die Innenstadt schlendert, kommt man praktisch an allen vorbei. Einen Hupfer vom Jungfernstieg entfernt ist auch schon das Rathaus, wo Circus Roncalli Gründer Bernhard Paul seine Vision von Weihnachten umgesetzt hat.

Der historische Ronacalli Weihnachtsmarkt am Rathaus. Weihnachtszauber à la Bernhard Paul.

Auch schon tagsüber ein Erlebnis, wenngleich wir dadurch nicht den Weihnachtsmann mit seinem Schlitten über den Markt fliegen gesehen haben. Dafür erlebt man schon vor der Dämmerung eine Geschmacks-Kakophonie – im besten Sinne des Wortes. Wie wäre es mit einem Happen Pfaffenglück?

Hinter Pfaffenglück verbirgt sich ein Kräuter-Germ-Fladen mit Schinken und Käse im Steinofen auf Buchenholz goldbraun gebacken. Herrlich dazu die Rahm-Schnittlauchsauce. Sehr beliebt sind auch die Hamburger Schmalzkuchen – sehen aus wie unsere “Gebackenen Mäuse” – sind  auch aus Germ. Nürnberger Lebkkuchen, Aachener Printen, gebrannte Mandeln, gebratene Würste – alles da, was zu einen Weihnachtsmarktbummel dazugehört.

Mein Lieblings-Christkindlmarktfutter war allerdings der Flammlachs – relativ selbsterklärend.

Besonders nett finde ich die Weihnachtsmärkte Mönckebergstraße/Gerhart-Hauptmann-Platz und den weihnachtilchen Gänsemarkt rund um das Denkmal von Gotthold Ephraim Lessing. Mitten in der Innenstadt verwandelt sich dieser namhafte Platz in ein idyllisches Dorf aus lauter Lebkuchenhäusern.

Nach Zuckerguss und Fetthäubchen heißt es wieder ein wenig bewegen – und zwar in Richtung Hafen. Ich empfehle durch die Deichstraße zu spazieren, wo sich traditionelle Kontorhäuser mit vielen Kneipen und Restaurants aneinander reihen.

In der Kopfsteinpflastergasse am Fleet gegenüber der Speicherstadt kehren bis heute noch gern alte Reeder ein. Kaffee, echte bretonische Crepes und Galettes, Aal, Malt Craft Beer, Labskaus (Kartoffelgericht aus Rindfleisch und Roten Rüben, Seefahrer machten es einst aus Pökelfleisch) lassen einem den Geschmack von Hamburg, der durch das Hafen-Treiben Genüsse aus aller Herren Länder  vereinte, auf der Zunge zergehen. So, jetzt habe ich doch schon wieder vom Essen geredet …

O.K., ich erzähle euch auch ein bisschen was Wissenswertes. Hamburg gehört zu den brückenreichsten Städten der Welt. Mit über 2.500 Brücken schlägt die Hansestadt sogar Amsterdam und Venedig. Hintr mir seht ihr jetzt übrigens die Speicherstadt. Wurde zwischen 1883 und 1927 erbaut und war eine Freihandelszone. Seit 2015 UNESCO Weltkulturerbe und heute très chic: Agenturen, Büros, Museen, das Miniatur-Wunderland (ähnlich unserem Minimundus), uvm.

Weiter geht’s  zu den Landungsbrücken – von dem 700 Meter langem Wasserbahnhof starten die Hafenrundfahrten.

Hafenrundfahrt – muss man machen
Ganz klein im Hitergrud – der große Michel – eines der Wahrzeichen Hamburgs

Mittlerweile wurde die Hauptkirche St. Michaelis (kurz Michel) mit dem 132 Meter  hohen Turm aber von einem anderen Wahrzeichen abgelöst. 2017 wurde die Elbphilharmonie eröffnet, kurz Elphi genannt. Die Geschichten rund um das Gebäude mit 2 Konzertsälen, Luxushotels, Gastronomie und Wohnungen (Helene Fischer hat sich auch ein Appartment geschnappt) sind so lange wie die Bauzeit – über 10 Jahre – damit will ich euch jetzt nicht quälen.

Die Elphie – ein Gesamtkunstwerk und Millionenskandal

Nur so viel. Die Kosten uferten von geplanten 186 Millionen auf 900! Millionen Euro aus. Dafür ist aber die Akustik echt nicht berühmt, wie man hört. Ich empfehle einen Personal Guide zu buchen, in kleinen Gruppen und mit viel Gschichtln begleitet er einen durch die Elbphilharmonie und weiter in die HafenCity  – ein ganz neuer Stadtteil Hamburgs.

Wer am Sonntag Hamburg bereist, muss zum berühmten Fischmarkt. Man sollte aber Frühaufsteher sein, denn ab 11 Uhr werden die vielen Standln (nicht nur Fisch) bereits wieder abgebaut.

Für den Fischmarkt am Sonntag muss man früh aufstehen.

Legendär ist die Altonaer Fischauktionshalle aus 1894, das Zentrum des Fischmarktes, das heute für Veranstaltungen und den Sonntagsbrunch mit Live-Musik genutzt wird. Und ja, sie singen die Hamburger Hymne “Auf der Reeperbahn”. Unbedingt ein Matjasbrötchen schnabulieren.

Die Altonaer Fischauktionshalle aus 1894 – Herz des traditionellen Fischmarktes in Hamburg.

Kulinarik. Nicht nur zur Weihnachtszeit glänzen die Köche mit Sternen. Hamburg zählt nicht weniger als elf Michelin gekrönte Restaurants: The Table von Starkoch Kevin Fehling (3 Sterne, mitten in der HafenCity). Se7en Oceans von Sebastian Andrée mit Blick auf die Innenalster. Jacobs Restaurant (Thomas Martin sieht seine Küche nicht als abstrakte Kunst oder Wissenschaft, sondern beruft sich auf die Ursprüng­lichkeit der Produkte) mit Elbblick in Nienstedten oder das Fischrestaurant Jellyfish by Stefan Fäth in der Weidenallee 12.

Tim Mälzers Bullerei und das Gastro-Imperium von Steffen Henssler sind bestimmt fancy und eine gehobene Variante der System-Gastronomie, aber wir waren tatsächlich im 7. Genuss-Himmel, ein echter Bride-Mary-Geheimtipp: Heritage Hamburg Roof-Top Restaurant im Hotel Le Meridien mit schönstem Blick auf die Außenalster.

Mit diesen wunderschönen Erinnerungen verabschiede ich mich aus Hamburg. Die Reisen, die wir gemacht haben, kann uns keiner nehmen. Genauso wenig wie die Vorfreude auf die vielen, die folgen werden. Ich wünsche euch und uns, dass 2021 wieder viele schöne, neue Erinnerungen schafft.

Küsschen, Eure Bride Mary & die Hamburg-Gang aus 2019

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