Opatija, die Königin der Adria & Bride Marys Geheimtipp Volosko

Das Meer ist so klar wie ein lupenreiner Diamant, die Feinschmecker binden sich aufgrund der istrischen Küche das Trenzpatterl um – und der Charme des einst mondänen k+k-Seebads bekam längst einen modernen Anstrich verpasst. Willkomen am obersten Zipfel Kroatiens.

Das Badehaus einst und jetzt mit Rooftopbar “Angiolina”

Ich stelle fest: da, wo es dem Kaiser gefallen hat, gefällt es mir auch. Ich bin ein riesiger Bad Ischl- und Salzkammergut-Fan, und in Opatija, damals hieß es noch Abbazia, waren sowohl Franzl als auch Sissi da – allerdings nicht miteinader. Sie besuchte Graf Andrássy, er Katharina Schratt. Noch heute erinnert die 12 Kilometer lange Strandpromenande “Lungomare” an seine Majestät, wurde sie doch nach Kaiser Franz Josef benannt.

Die 12 Kilometer lange Kaiser Franz Josef-Strandpromenade lädt zum Lustwandeln ein

Die Promenade führt von Lovran über Opatija bis nach Volosko. Eine herrliche Laufstrecke, by the way! Wer möchte, kann auf den Pfaden der Aristokratie einfach nur lustwandeln und auch in deren Palasthotels absteigen. Das Hotel Kvarner legte 1884 den Grundstein für das “Nizza der Wiener”.

Das Hotel Kvarner – Grundstein für den Tourismus in Optaija
Das einstige Seebad des Hochadels ist heute ein beliebter Urlaubsort an der oberen Adria
Strandfein anno dazumal

Das Klima ist mild, die Luft würzig-erfrischend, aber warum die k+k-Riviera so boomte, lag an der Südbahn, deren Streckeführung ab 1873 bis nach Rijeka erweitert wurde. Sanatorien, Seebäder und Hotels im Belle-Époque-Stil schossen aus dem Boden und adelten Opatija als “Curort”. Was für eine glückliche Fügung, dass nach dem Ende der Monarchie und trotz der Tito-Dikatur der k+k Charme erhalten blieb.

Das Hotel Miramar einst – und jetzt

Uns zog es in ein architektonisches Juwel der Neuzeit. Wie ein futuristisches Schiff sticht das Design-Hotel NAVIS in See. Eine moderne Interpretation des Navy-Stils mit nur 44 Zimmern, herrlicher Sonnen- und Pool-Terrasse und einem winzigen privaten Meerzugang.

Das Hotel Navis
Das Hotel Navis schmiegt sich eng an die steile Felswand
Room with a View

Unaufdringlich der Luxus: Körperpflege-Prdukte von L’occitane, Gratiswasser am Pool, sehr nettes Personal und die bequesten Sunbeds ever. Man kann sie übrigens NICHT reservieren. Wer zuerst kommt, liegt. Einige Gäste haben es dennoch bereits vor dem Frühstück versucht – mussten aber auch damit rechnen, dass die Badetücher vom Hotelpersonal wieder entfernt wurden. Platz ist aber genug für alle da gewesen.

Klein, aber fein der Pool – sowie der eigene Beach mit Kieselsteinen

Ich empfehle das Zimmer Nr 207, es ist das schönste. Alle Zimmer verfügen zwar über ein riesiges Panoramafenster sowie Balkon, manche sind aber von Kroatiens Stararchitekt Idis Turato leicht vergittert worden, was die Sicht ein wenig einschränkt. Das Marine-Thema zieht sich – indem Fall ganz schön poppig – auch durch die Gänge.

Da sich im Navis auch ein Haubenrestaurant befindet, brauche ich die Frühstücksqualität erst gar nicht näher erwähnen. Vom istrischen Schinken, der dem aus Parma oder San Daniele um nichts nachsteht, ja nicht einmal dem Jamon Iberico, habe ich viel verdrückt. Womit wir beim Essen angelangt wären.

WHERE TO EAT?

Wir sind keine Im-Hotel-Esser, sondern lieben es, kleine Lokale zu erkunden. Der näheste Ort vom Hotel ist 10 Minuten Fußmarsch entfernt. Volosko. Ein kroatisches Fischer-Dorf wie hingepinselt.

Kon Tiki Bar. Obala Frana Supila, Volosko. Besonders nett ist dort ein Sundowner. Entweder auf der Promenade oder direkt auf der Hafen-Terrasse.

Im mittleren der drei Häuser befindet sich die Bar Kon-Tiki
Die Hafen-Terrasse der Bar Kon-Tiki

Tra Merka. Andrije Mohorovičića 38, Volosko. Eine urige Konoba in der zweiten Reihe. Nur der äußerste Tisch hat einen direkten Meerblick durch ein schmales Gässchen. Lucky us!

Tafelfreuden im “Tra Merka” in Volosko
Der beste Tisch im Tra Merka ist rechts aussen

Geboten wird eine unaufgeregte istrische Küche mit Schwerpunkt Fisch und Meeresgetier aus der Adria. Unglaublich war eine Art Octopus-Gulasch mit Gnocchi. Einmal sollte man die typische Spezialität “Brodetto” (Fischeintopf) gekostet haben.

Der Fischeintopf namens Brodetto
Octopus-Gulasch mit Gnocchi

Valle Losca: Andrije Štangera 2, Volosko. Die kleine Konoba am Beginn von Volosko liegt zwar direkt an der Strasse, ist aber immer bumvoll. Es gibt nur 9 Tische, gekocht wird frisch mit hiesigem Gemüse, Salat, Fisch und Fleisch.

Die Konoba Valle Losca liegt direkt am Ortsbeginn von Volosko.
Carpaccio croatian Style mit istrischer Burrata

Bistro Yachtclub. Direkt am kleinen Hafen von Opatija. Wirkt wie ein Überbleibsel der 1980er-Jahre, aber punktet durch traumhafte Lage und einfache Fisch-Gerichte. Unbedingt einmal Pljukanci (istrische Nudeln) mit Hummer aus der Adria genießen.

Es gibt Hummer, Baby!
Pljukanci mit Hummer und adriatischen Scampi
Der Blick aus dem Bistro Yachtclub in Opatija bei Sonnenuntergang.

Café Wagner. Maršala Tita 109, Opatija. Für alle Tortentiger ist ein Besuch des “Zauners” von Opatija obligat. Natürlich kann sich das Café Wagner im Hotel Milenij nicht wirklich mit dem Original messen. Hier soll es aber die besten Sachertorte Kroatiens geben, doch für uns musste eine Crémeschnitte her.

Der “Zauner” Opatijas, das Café Wagner im Hotel Milenij
Die Auswahl ist klein, aber bietet genug Kalorien 🙂
Crémeschnitte heißt auf kroatisch übrigens Kremsnita, ha ha
Der Göttergatte lächelt genauso süß wie die Mehlspeisen im Café Wagner

Going to the Beach! Das mit dem Baden weiß man in Kroatien eh. Es gibt keine Sandstrände sondern Beachclubs oder frei zugängige Steinterrassen – am besten gelangt man über Leitern ins Meer – oder mietet sich ein kleines Boot (4 Stunden für c.a 160 Euro in der Hochsaison, direkt im Hotel checken). Wir unternahmen einen Bade-Ausflug auf die Insel Cres.

Die Insel Cres. Mit dem Boot ist man von Opatija in 20 Minuten dort.
Captain Schatz und seine “Sirene”

Ich könnte noch ewig weiterschreiben – und vor allem weiter Urlaub machen, aber ich freue mich auch sehr, wenn ihr mir einen Kommentar oder noch besser eure Tipps hinterlässt. Da bin ich Jägerin und Sammlerin.

Dober Dan – auf ganz baldiges Wiedersehen, eure Bride Mary on Tour! Und ja: es war sehr schön, es hat uns sehr gefreut …

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