Fesch in Marrakesch! Bride Mary und ihre Maids in Marokkos Hotspot.

Der Boom nimmt kein Ende – auch wenn man schon ein, zwei Mal in diesem Melting Pot aus Afrika und Arabia war, gibt es immer noch so viel Neues zu entdecken. Fünf Augen-Paare sehen mehr als eins. Willkommen in Marrakesch – mit Onka, Lisi, Verena und Sandra – und unseren gesammelten Tipps und Fotos.

Alle Wege führen in den Souk in der Medina, der ist so ein herrlich bunter Molloch, der einen gierig verschluckt. Und wo er einen wieder ausspuckt, weiß man nie so genau. Ganz werde ich mich wohl nie in seinem Innersten auskennen, aber wo kann man sich auf der Welt besser nicht auskennen, als in Marrakesch?

Irgendwann landet man am Place des Epices, wo es entzückende Standln und gute Lab-Stellen gibt. Bekannt sind das Café des Epices oder das Nomad (obwohl Marokko als Land der tausend Gewürze gilt, schmeckte das Essen im Nomad erstaunlich fad) und das Le Jardin (gute solide einheimische Küche) – sie alle sind relativ gut ausgeschildert und einfach zu finden. Allerdings: Sorry Ladies, Prosecco oder so ist dort nicht, aber dazu später.

Christian Dior me! Psst, nicht weitersagen!
Sandra und Onka halten Ausschau nach den besten Schnäppchen im Souk
Sandra und Verena waren völlig narrisch auf Hammam-Tücher. Glücklicherweise gab es ein paar 🙂
Nicht nur auf Roof-Tops, auch mitten im Geschehen ist es nett. Die Händler kommen übrigens vorbei – wir haben da grad alle Schals für Turbane gekauft

Was man so alles kaufen kann? Früher waren Lederwaren sehr beliebt, da sich im Norden des Souks immer noch das Gerber Viertel befindet. Aber das Kaufverhalten hat sich  verändert, viele der klassichen Lederläden von vor 3 Jahren (als ich zuletzt in Marrakesch war) wichen nun Fake-Taschen-Tandlern. Rund um den großen Platz Djamaa el-Fna NIEMALS etwas kaufen (Halsabschneider), je weiter man in die Seele des Souks vordringt, desto besser und günstiger die Ware: Babouchen (es gibt ein eigenes Schuster-Viertel im Souk), Kelim-Bags, Basttaschen, Bast-Körbe- und Wohnaccessoires, Geschirr (Tajine-Töpfe, Olivenöl-Behälter- und Flaschen, Schüsseln) und und und. Teppiche und Lampen haben wir auslassen (muss man sich schicken lassen) und natürlich Schmuck im orientalischen Stil.

Obwohl besagter Platz im Souk “Place des Epices” (Gewürze) heißt, wurden selbige mit der Zeit verdrängt. Man findet sie nunmehr im ganz alten Teil von Marrakesch, der Kasbah (wo einst der Sultan wohnte und auch der aktuelle König hinter hohen Mauern residiert) und der Mellah, dem Judenviertel. Hier ist es nicht ganz so pushy, man gewinnt einen kleinen Eindruck, wie das Leben hier einmal gewesen sein könnte.

Moschee von El-Mansour in der Kasbah, südlich davon befinden sich die sehenswerten Saadir-Gräber.
Mitten in der Kasbah + Mellah Eindrücke und Erinnerungen sammeln
Das sind übrigens keine Gewürze, sondern Farben.

Idyll am Weg zum Place de Ferblantiers, wo die berühmte Cosy Bar ist.
Stöbern kann man auch in der Kasbah und Mellah.

Wir kommen nun zum Place des Ferblantiers, dem Platz der Eisenwarenhändler sowie Kupfer- und Blechschmiede. Da das Marktprinzip nun einmal Angebot und Nachfrage lautet, gibt es auch hier ALLES zu kaufen und kaum mehr das, wofür der Platz einmal stand. Unbedingt die Cosy Bar besuchen, hier gibt es ein wohl verdientes Bierchen!

Nein, Sandra, der Hut geht ganz sicher nicht in den Koffer!
Die Cosybar ist nicht nur schön, es gibt hier tatsächlich auch Drinks!
Blick von der Cosy Bar auf den Place des Ferblantiers

All das bisher Beschriebene befindet sich rund um die Koutoubia-Moschee, dem Wahrzeichen von Marrakesch. Sie gilt als der beste Orientierungspunkt der Stadt, da sie das höchste Minarett, geziert von einer Goldkugel, hat. Bei Sichtkontakt mit dem Turm kann man sich  gut orientieren. Von dort geht es zum großen Platz.

Koutoubia Moschee, die größte von Marrakesch
Schee vor der Moschee: Lisi und Verena

Djamaa el-Fna ist der große Tummelplatz, kurz: la Place. Einst erzählte man sich hier Geschichten aus 1001 Nacht, Gaukler und Feuerschlucker eiferten um die Gunst des Publikums, man tauschte sich aus – lange vor der modernen Kommunikation. Was blieb, sind ein paar armselige und bemitleidenswerte Affen und Schlangen, die man gegen Geld fotografieren kann. Entsetzlich. Grausam. Einzig die vielen Grill-Stationen, die ab 18 Uhr aus dem Boden schießen, sind empfehlenswert. Einfaches Essen, aber besser als in so manchem “Touristen”-Lokal, wo wir waren. Und ur billig. Für zwei Hendl-BBQs, Gemüse-Couscous und einen Haufen Oliven zahlt man knapp 12 Euro.

Djamaa el-Fna by Night

Es grünt so grün! Das wirklich Besondere an Marrakesch sind seine vielen Grün-Oasen. Abgesehen von schönen Hotel- oder auch öffentlichen Garten-Anlagen, gibt es zwei magische Anziehungspunkte. Yves Saint Laurents Vermächtinis “Jardin Majorelle” (inklusive YSL-Museum). Er wird jährlich von 1 Million Menschen aufgesucht und es wurde schon wahnsinnig viel von dort gepostet. Wir freuten uns vor allem auf ANIMA– André Hellers Lebensabend-Denkmal. Auf 8 ha Brachland setzte er seine Vision eines lebendig-kunstvollen Gartens um. Man kommt bequem mit dem Gratis-Shuttle hin (unbedingt online reservieren), die Station befindet sich direkt neben der Koutoubia-Moschee.

Das Zauberhafte an Anima ist, dass es jeder erleben darf, wie er es fühlt. Es gibt keine Beschreibungen und keine Führungen. Außer man ist Journalist, denn da haben wir von Direktor Emanuel Rudas erfahren, dass zwischen den 250 Pflanzenarten auch einige Kunstwerke “wachsen”. Keith Haring, Rodin, Picasso, einige gestalterische Elemente stammen von Monika GilSing, die auch im Wiener Kasperltheater, das Heller ja erworben hat, mitwirkte.

Keith Haring

43 ständige Mitarbeiter halten diese Oase am Fuße des Atlasgebirges intakt. Der Rasen wird von marrokanischen Frauen “handverknüpft”. Und ein Ende ist nicht in Sicht, Anima soll ständig wachsen, lockt mit Ausstellungen interessanter Künstler und einem sehr guten Restaurant mit grandioser Aussicht in die Berge. Anima ist auch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor und Arbeitgeber für die nahe Umgebung.

Die wohl berühmteste Ansicht von Anima
Bänke und lauschige Plätze laden zum Verweilen ein. Heller möchte, dass die Besucher den Garten benutzen, er ist kein Museum.

Derart aufgeladen mit guter Energie wagten wir uns noch einmal in den Souk. Diesmal sogar mit Tipps, wo man einen Wein oder Cocktail zwitschern kann. So ein Mädelstrip ist ja schließlich kein Kindergeburtstag. Und da darf ich euch empfehlen: die Bar des Hotels Les Jardins De La Koutoubia, gleich beim Eingang in den Souk (wunderschönes, sehr teures Hotel, aber wenn man ordentlich gekleidet ist, darf jeder in die Bar) und das bei Touristen allseits beliebte Café Arabe – direkt gegenüber ist ein hidden Garden – der Jardin Secret.

Wahnsinnsausblick von der Dachterrasse des Café Arabe im nördlichen Teil des Souks

Ein Wort noch zur Küche: es gibt wirklich viele tolle Restaurants, sie sind nur abends, wenn es dunkel ist und der Souk fast mystisch wird, nicht einfach zu finden. Ich empfehle gerne das Dar Yacout (volles Sex and the City-meets Scheherazade-Feeling), aber es gibt vermutlich 1001 Restaurants, die auch gut sind. Unbedingt sollte man einmal einen Tajine probieren: Eintopf mit Gemüse, Fleisch oder Geflügel und mindestens 25 verschiedenen Gewürzen.

Tajine wird sowohl das Gericht als auch der Topf genannt

Abschließend sei erwähnt, dass einem die Magie von Marrakesch wenige Augenblicke nach der Ankunft immer wieder aufs Neue einfängt. Ich war genauso fasziniert wie beim ersten Mal. Das nächste Mal werde ich weniger Zeit beim uncruised Trödeln durch den Souk verbringen, sondern gezielter Gesschäfte – Konzeptstores, Kooperativen-  aufsuchen.

Zwei Geheim-Tipps:

Medina Herbal: Wer auf kostbare Öle und Natur-Schönheitspflege-Produkte steht (Kaktusöl, Arganöl – der Baum wächst an sich nur in Marokko, uvm.), sollte in ein zertifiziertes Geschäft oder eine Apotheke gehen, die Fläschchen am Markt haben nie eine Argan-Frucht gesehen. Medina Herbal (ist einen Katzensprung vom Hotel Koutoubia Garden entfernt) ist eine staatlich geprüfte Frauen-Genossenschaft.

Alnour: Patricia Kahane gründete den kleinen Laden mit handmade Fashion und  entzückenden Accessoires (Tischwäsche, Hammam-Tücher, Täschchen, Armbänder). Unter sehr guten Bedingungen arbeiten im Nebenraum des Shops behinderte marrokanische Frauen. Unbedingt googeln oder vom Führer hinbringen lassen. Alle Hotels bieten Guide-Service an.

Und noch eine Erkenntnis nehmen wir nach 5 Tagen Marrakesch mit nach Hause. Man fühlt sich als Touristin sehr sicher, es gibt viel sichtbare, aber auch viel zivile Polizei, denn der König weiß um die die Dringlichkeit in Sicherheitsfragen bescheid. Der Tourismus ist die größte Einnahme-Quelle Marokkos. Und in Sachen Umweltschutz ist die Stadt auch schon weiter als wir. Im Souk gibt es kaum mehr Plastik, sondern nur noch dünne Stoff-Sackerl.

Schön wars, meine Damen!

Küsschen, eure Bride Mary on Tour mit Lisi, Onka, Sandra und Verena!

 

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