Als große Griechenlandfans sind wir schon lange nicht mehr in Kroatien gewesen! Dabei ist das Meer einfach herrlich, allerdings auch oft beschwerlich, darin zu baden. Steilküste, Steinküste, Kieselstrand, pieksende Steinchen. Auch gibt es an sich nicht so viele Strände und daher auch nicht viele Beach-Clubs mit Lokalen und Liegen.

Wir probiertes also mal etwas Neues aus – es sollte Brac werden. Abgesehen von einem grässlichen Mega-Neubau in einem an sich bezaubernden kleinen Ort, blieb diese Insel von Bausünden größtenteils verschont. Worauf ich erst im Nachhinein draufgekommen bin, Brac ist total berühmt – und zwar für einen ganz bestimmten Strand in der Nähe des Touri-Hotspots Bol. Zlatni Rat, zu Deutsch: das Goldene Horn.

Doch, fallt bloß nicht auf dieses Bild rein! Das ist eine künstlerisch wertvolle Aufnahme eines tatsächlichen Naturphänomens, das es in diversen Rankings schon unter die „10 schönsten Strände der Welt“ geschafft hat. Ja, das pittoreske Dreieck sieht aus, als würde das Land dem Meer die Zunge zeigen und das ist ja auch wunderbar. Aber, wie so oft hat die Realität wenig mit der Instagram-Welt zu tun. Ich spare euch die Realität, aus der Ferne sieht die Halbinsel auch noch ok aus.

Nach dem „Schock“ folgte die „Entschuldigung“, warum sich dieser Weg dennoch gelohnt hat. In unmittelbarer Nähe befindet sich eines der schönsten Lokale der Insel, das Mali Raj. Ein liebevoll gestalteter Garten in einem Schatten spendenden Pinien-Wald mit Blick auf das Meer. Es dürfte aus einer Zeit stammen, als es den Begriff „Bobo“ noch gar nicht gab.



Wenn wir schon in der Nähe von Bol sind, hätte ich noch einen Tipp. Kultur und Kulinarik auf einen Schlag. Direkt am Meer gelegen, befindet sich ein altes Dominikaner Kloster (Dominikanski samostan), das 1457 auf der Halbinsel Glavica errichtet wurde und sogar einen alten Meister wie Tintoretto beherbergt. Am Ende des Strandes is(s) man im Food-Heaven. Das Restaurant Ribarska Kucica besticht durch seine Lage, nicht unbedingt durch sein Interieur. Macht nichts, die Gerichte sind vorzüglich – herrlich die gemischte Vorspeisenplatte, zart geschmorter Oktopus, den es überall in der Gegend gibt, sowie köstliche Nudel-Spezialitäten und Gnocchi mit fischigen Saucen. Tagsüber wird hier natürlich gebadet.


Wofür Brac noch berühmt ist? Wie viele Orte auf der dalmatinischen Küste für wunderschöne, alte Steinhäuser. Hier sind sie aus dem berühmten Bracer Marmor. Eigentlich ist er ja ein weißer Kalkstein, der seit mehr als 2000 Jahren abgebaut wird. Aber durch die Bearbeitung erhält er seinen Glanz und so erlangte er Weltruhm. Der Bracer Marmor wurde im Weißen Haus, im Berliner Reichstag sowie in der Wiener Hofburg verarbeitet.

Hauptort ist Supetar – hier landet man mit der Fähre aus Split oder fährt weiter nach Hvar oder Vis. Es gibt hässlichere Hafenorte .Shops reihen sich an Lokale, aber es gibt auch frühchristliche Mosaike aus dem 6. Jahrhundert zu begutachten – gleich neben der Kirche des heiligen Petrus.

Eine Rundfahrt über Brac zahlt sich in jedem Fall aus, kommt man doch an ein paar sehenswerten Plätzen vorbei. Pucisca punktet beispielsweise mit typisch Bracer Architektur(siehe Bild oben), weil der Ort von der Geschichte des hiesigen Marmors geprägt ist. Hier, wie in vielen anderen Ortschaften auch, reiht sich ein Marmor-Souvenir-Stand an den anderen. Leider haben alle die gleiche Einheitsware.
Milna zeigt zwar schon leichte Verfallserscheinungen, der Hafenort schmiegt sich aber sanft an einen Fjord. Nett für einen Drink direkt am Wasser.

Und jetzt kommen wir nach Sutivan, unser Urlaubs-Himmel, mit seiner winzigen strandpromenade und einem außergewöhnlichen Hotel.

Dieses Hyde-away heißt Hotel Lemon Garden. Wobei, kein Hotel im herkömmlichen Sinne, sondern es besteht aus vier Häusern, nicht alle davon sind zusammenhängend. Herzstück ist der Zitronengarten mit Pool, alles ist gediegen, ruhig, eine liebevolle Mischung aus Kunst und Dekoration. Gespeist wird direkt am Hafen. In unmittelbarer Nachbarschaft gibt es eine Kobona, eine Weinbar, eine Hafenkneipe und eine winzige, entzückende Boutique namens Lubenica, wo ich fündig geworden bin.


Sutivan – so stellt man sich einen kleinen, in der Nebensaison auch noch recht beschaulichen Urlaubsort vor.



Der Jackpot dieses Resorts ist allerdings ein Privat-Strand, der einen Tag am Meer zu einem unvergesslichen Erlebnis werden lässt. Der Inbegriff von silent luxury. Man wird mit dem Buggy gefahren, unternimmt einen 15-minütigen Spaziergang oder fährt mit dem Rad.


Mamma Mia!
Sehr zu empfehlen ist ein Ausflug auf die Insel Vis, denn Fans des Gute-Laune-Movies „Mamma Mia! Here We Go Again“ wissen, dass sie als Filmkulisse für eine fiktive griechische Insel diente. Es macht so viel Spaß auf den Spuren von Lily James, Pierce Brosnan, Colin Firth, Amanda Seyfried oder Andy Garcia zu wandeln, zu essen oder zu schwimmen.


Da wäre beispielsweise der Fischerort Komiza, wo der Hauptteil des Films spielt.

Bestimmt könnt ihr euch an die Szene erinnern, in der Colin Firth vom Lokal ins Wasser fällt. Ja, den Tisch gibt es wirklich.

An sich lassen sie diesen Tisch gerne frei – während unseres Aufenthalts durften 2 Damen dort speisen, ein Erinnerungspic ist sich aber ausgegangen 😉
Das ist die Konoba Jastozera, die eigens für den Film mit griechischen Requisiten ausgestattet wurde. Einst war hier eine Hummer-Verkaufsstelle, auch heute steht noch Lobster auf der Speisekarte – allerdings extrem teuer. Großartig schmeckt der Tintenfisch-Toast. Ein traumhafter Platz!
In der Bucht Stiniva haben die junge Donna und der junge Sam eine Bootsfahrt unternommen. Der romantische Strandspaziergang der beiden fand in der Bucht Barjoska statt.

Den Rest von Vis zeige ich euch ein andermal, denn wir sind schockverliebt in dieses Eiland – und werden es mal für länger als einen Tagesausflug heimsuchen.
In Anlehnung an den Filmtitel schließe ich mit den Worten – „here we go again“, denn es war hoffentlich nicht das letzte Mal, dass wir hier waren.

Küsschen, eure Bride Mary on Tour!





