Auf eine “schlamperte” Haubenküche in Buchingers Gasthaus zur alten Schule im Riedenthal!

Als ich  Manfred Buchinger das erste Mal in seinem eigenen Refugium besuchte, meinte er: “Wir sind leicht zu finden. Bis Wolkersdorf ist Gegend, ab dem Riedenthal beginnt Landschaft.  Buchinger ist von dort in der Nähe und kehrte vor 21 Jahren zurück, dazwischen rührte, schniplselte, briet und kreierte er jahrzehntelang im Dienste der Hotel-Interconti-Gruppe, bis ihm der Konzern zum Hals heraushing.  Er kochte am Boden, zu Wasesr, in der Luft, auf Schiene ist der Buchinger (darf man sagen wie “der Hörbiger” oder “die Netrebko”) sowieso. Für Ronald Reagan bis Prinzessin Diana, Gott hab’ sie selig. Auch Van der Bellen schaut gerne vorbei.

Von hier geht’s ins Riedenthal: Blühender Koreander, Sonnenblumen kommen bald.

Wegbegleiter. Seit wann genau wir uns kennen, weiß ich nicht mehr. Es muss in den 1990ern gewesen sein. Es war auf alle Fälle in einer Zeit, als unsere Star-Köche hauptsächlich in Hotels residierten (wie Matt, Gerer, nur die Reitbauers hatten ihr eigenes Restaurant) und nebst Gastrokritikern auch von Society-ReporterInnen heimgesucht wurden. Es gab Themen-Abende mit Promi-Anschluss wie “Afrika” (wo ich erstmals Krokodil gekostet habe) und Manfred holte damals auch den Gottoberst der Sterne-Köche, Paul Baucuse (leider schon verstorben, mitunter auch sein Kochstil) nach Wien und vor unsere Mikrofone und Kamers. Wie sagt man so schön: Es war auf alle Fälle der Beginn einer langen, köstlichen Freundschaft.

Was ich hier in der alten Schule schon alles gefeiert habe …. Nicht, dass wir einen Grund bräuchten, aber wir waren kürzlich genau um unseren 2. 3.  Hochzeitstag hier. Einmal Bride, forever Bride.

Es gibt kein schlechtes Wetter. Hier fühlt man sich draußen wie drinnen wohl.

Wie schon den diesjährige 1. 3. Hochzeitstag (am 1. Juni) haben wir auch unseren dritten “amtlichen” Termin (23.6.)  mit der lieben Verwandtschaft gefeiert. Die machen was mit mit uns!

Was da so schön in Susannes und meinem Glas prickelt, ist Velsecco aus der Sektkellerei Steinbacher

Der Chef empfiehlt. Seit 33 Jahren hat Manfred Buchinger mindestens 1 Haube (Kopfbedeckungen, die er sammelt, hat er unzählige). Sterne 5: So nennt er nämlich seine Enkerl. Hoch bis höchstens dekoriert also, doch mittlerweile ist er in seiner eigenen Dimension und Klasse angelangt.

Was andere seit Jahren predigen, war dem ewigen Visionär, den umfassenden Versteher und Kenner der gastronomischen Materie, trotz Widrigkeiten aller Art und mitunter Steinen am Weg, schon immer klar. Besser ist es, mit Produkten aus der Nähe zu arbeiten und zwar natürlich, wenn sie reif sind. Das gilt ebenso für den Wein. Immer wieder entdecken wir Neues und gewinnen es lieb: Weingut Irmi Stich, Rieder, Mauser, Döllinger, Windisch. Auch herrliche Rote ….

Wer will kann auch einen speziellen Korkenzieher aus dem Hause Steinbacher gleich vor Ort kaufen.

Der Genuss. Ich würde es ja nie wagen, so etwas zu sagen, aber der Buchinger selbst bezeichnet seinen Kochstil in der alten Schule als “schlampige Haubenküche”. Mit witzigem, höchst interessantem Twist. Unbedingt mal Saushi und MakÖ probieren (hier rollt sich etwas in Bärlautblätter, Kraut und Speck). Das Gallowayrind wird 24 Stunden sous-vide vollendet, wenn es ein frisches Lamm in der Nachbarschaft gibt, dann kommt auch eines auf den Teller. Wir hatten Hase, eine kleine Fischerei, Rind und zwei Dessert, Käse. Zur Vorfreude einfach auf die SPEISEKARTE klicken.

Räucherfisch-Trilogie
Der letzte Spargel der Saison von Inci Sulzmann, Debreziner und erste heurige Erdäpfel

Überraschungs-Eis (weil sich im Inneren etwas befindet) auf selbstgebackenen Hippen-Brösel. Der Kaiserschmarrn (u.) verdient das Prädikat: göttlich-flaumig

Bei fast jedem Besuch entdeckt man Deko technisch etwas Neues. Ich mag das. Alles, was hier herumsteht oder hängt, hat eine Botschaft und mit der Persönlichkeit des Patrons zu tun.

Und es stimmt: Nicht alle Hunde, die bellen, beißen. Einer von den beiden kann weder noch.

Apropos Hunde. Wenn sich die Gaststube und das Restaurant leert, dann kommen die Jungs zu Besuch – zum Streicheln und Beschmust werden. Es sind Manfreds Trüffelhunde, mit denen er wahre Schätze aus der Umgebung nach Hause und in unsere  Münder bringt. Schatzkarte gibt es natürlich keine, die Trüffel-Plätze bleiben sein Geheimnis.

Heutezutage werden Trüffeln mit Hunden und nicht mehr mit Schweinen zu Tage gefördert.
Das schwarze Gold des unteren Weinviertels

Spätestens zur Trüffelsaison kommen wir wieder, lieber Manfred! Auf unzählige weitere Genussmomente. Küsschen von Bride Mary on Tour – so schön ist Österreich.

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